Tipp #2: Gute Teambeziehungen aufbauen

Die ersten 100 Tage als Professor:in

Was Sie in diesem Artikel erfahren werden

Dieser Artikel hilft Ihnen, mehr Klarheit darüber zu erhalten, welche Aufgaben beim Aufbau Ihres neuen Teams nun vor Ihnen liegen.

Sehen Sie ihn gerne als Ratgeber, wenn Sie zum ersten Mal in der Situation sind, ein Team zu leiten.

Doch auch, wenn Sie bereits Erfahrung mit der Führung von Teams haben, können Sie mit diesem Artikel Ihr Wissen vertiefen oder ergänzen.

Es geht darin um diese Themen:

  • worauf Sie beim Aufbau Ihres Teams zuerst den Fokus richten sollten
  • welche Aspekte für eine gute Beziehung zu Ihren Mitarbeitenden vor allem wichtig sind
  • wie Sie vorgehen sollten, um solche guten Beziehungen aufzubauen

Bauen Sie in den ersten 100 Tagen als Führungskraft in der Wissenschaft gute Team-Beziehungen auf (und verschieben Sie neue Arbeitsstrukturen auf später)

Als Professor:in werden Sie zukünftig ein Team führen.

Und selbst wenn zu diesem Team nur ein einziger Mitarbeitender gehört:

Ab Sekunde 1 wird diese Person SEHR GENAU darauf achten, wie Sie sich als Leitung verhalten.

Denn Ihr Team ist von Ihnen abhängig.

Ihre Teammitglieder wissen sehr genau, dass Sie als Führungsperson ein entscheidender Faktor dafür sind, unter welchen Bedingungen sie täglich arbeiten werden.

Für Sie bedeutet das: Bauen Sie in den ersten 100 Tagen eine gute Arbeitsbeziehung zu jeder einzelnen Person Ihres Teams auf.

Der erste Eindruck von Ihnen als Mensch bleibt und wird Ihre Beziehung zu den Mitarbeitenden auch über die ersten 100 Tage hinaus prägen.

Und gute Arbeitsbeziehungen sind die Grundvoraussetzung dafür, Ihr Team erfolgreich zu führen.

❓Frage: Sollten Sie sich erst um den Beziehungsaufbau oder erst um die Arbeitsstrukturen kümmern?

❗Antwort: Der Beziehungsaufbau ist wichtiger als das Festlegen von neuen Arbeitsabläufen.

Und sollte erste Priorität haben.

Prozesse und Strukturen lassen sich langfristig immer noch verändern – gute Beziehungen eher nicht.

Doch was fällt eigentlich unter den diffusen Begriff „gute Beziehung”? Was ist dafür wichtig?

Zwei Dinge sind entscheidend für eine tragfähige Arbeitsbeziehung

Ihre Mitarbeitenden brauchen vor allem zwei Dinge von Ihnen als Führungskraft:

  1. Respekt
    in Sie als handlungsfähige und kompetente Kraft, die das Team voranbringen kann.
  2. Vertrauen 
    in die Tatsache, dass Sie es gut mit Ihren Mitarbeitenden meinen.

Wenn es Ihnen gelingt, beides in den ersten 100 Tagen als Führungskraft zu etablieren, haben Sie eine Menge richtig gemacht.

Sie können dann davon ausgehen, dass alle weiteren anstehenden Aufgaben des Teamaufbaus deutlich leichter sein werden.

❓Aber wie können Sie Respekt und Vertrauen etablieren?

❗Ihre Geheimzutat dabei: Wertschätzung.

Wertschätzung ist Ihr wertvollstes Instrument beim Aufbau tragfähiger Arbeitsbeziehungen.

Sie können nicht genug davon einsetzen, um gute Beziehungen zu Ihren Mitarbeitenden aufzubauen.

Menschen mögen nichts lieber als Wertschätzung für ihre Arbeit. Sie fühlen sich dadurch kompetent und sicher in Ihrer Nähe.

Aber Achtung!

Seien Sie dabei kein „Schleimer”!

Wir Menschen sind Meister darin, zu erkennen, wenn Verhalten nicht aufrichtig ist.

Sprechen Sie also nur aus, was Sie auch wirklich so meinen.

Dabei reicht es schon, eine Kleinigkeit auszuwählen und diese zu loben.

Es gibt aber noch etwas anderes, das Ihnen hilft, Respekt und Vertrauen aufzubauen.

Klare Absprachen treffen, an die Sie sich verlässlich halten.

Kaum etwas imponiert Mitarbeitenden so sehr wie die Fähigkeit, klar und eindeutig zu kommunizieren.

Und zu geäußerten Zusagen auch zu stehen.

Daher: Wenn Sie mit Ihren Mitarbeitenden Absprachen treffen, dann:

1️⃣ fragen Sie so lange nach, bis Sie wirklich verstanden haben, worin das Problem oder der Wunsch besteht.

Und anschließend:

2️⃣ erklären Sie ausführlich genug Ihre Perspektive, bis Sie sicher sein können, dass Ihre Mitarbeitenden diese wirklich verstanden haben.

Wie finden Sie heraus, ob Sie sich gegenseitig richtig verstanden haben? Ganz einfach: Kehren Sie zurück zu 1️⃣​ und fragen Sie nach.

Umgang mit Konflikten als Führungskraft in den ersten 100 Tagen

Klar und deutlich zu kommunizieren als Führungskraft mag banal oder wie eine Floskel klingen. Aber sehr schnell lassen wir uns in der Kommunikation dazu verleiten, konflikthafte Themen auszublenden, schwammig zu halten oder abzukürzen.

Kurzfristig müssen wir uns dadurch dem Konflikt so nicht stellen.

Doch gerade hier können Sie besonders viel Respekt verdienen, wenn Sie auch bei kritischen Themen mit offenem Ohr genau hinhören und nachfragen sowie Ihre eigene Perspektive offen mitteilen.

Übrigens: Wenn Sie eine Zusage geben, halten Sie diese unbedingt ein. Ihre Mitarbeitenden müssen sich sicher sein können, dass Sie zu Ihrem Wort stehen.

Andersherum gilt das Gleiche: Wenn Sie eine Forderung aussprechen, dann stellen Sie sicher, dass diese erfüllt wird.

Es klingt zwar, als würden Sie dann wie eine überkontrollierende Person erscheinen. Doch welches Signal senden Sie, wenn Sie etwas fordern und dann keine Taten von Ihren Mitarbeitenden erwarten?

Diese Klarheit in der Kommunikation und im Handeln als Führungskraft herzustellen, macht nicht nur Ihnen das Leben um ein Vielfaches leichter – das macht es auch für Ihre Mitarbeitenden.

Diese können sich dann darauf verlassen, dass Sie als Führungskraft zu Ihrem Wort stehen und wissen, woran sie sind.

So etablieren Sie schon in den ersten 100 Tagen Respekt und Vertrauen – und damit eine Arbeitsatmosphäre, die als ‚psychologische Sicherheit’ bezeichnet wird und Ihr Team in hohem Maße zu einer produktiven Zusammenarbeit befähigt.

Aber was ist mit anderen Werten des Teams? Welche Teamkultur sollten Sie Ihren Mitarbeitenden in den ersten 100 Tagen vorgeben?

Die Teamkultur gestalten Sie unbedingt gemeinsam mit Ihrem Team

Zu einem gelungenen Start gehört, dass Sie gemeinsam als Team eine Vision dafür entwickeln, wer Sie als Einheit sein möchten.

Und Vertrauen bei Ihren Mitarbeitenden schaffen Sie, indem Sie als Führungskraft zuhören und die Wünsche der Teammitglieder versuchen zu integrieren.

Klar, Sie können sich denken:

„Aber ich bin doch die Teamleitung. Ich forme das Team und entscheide, in welche Richtung wir gehen!”

Das können Sie gerne versuchen, doch dann werden Sie sich vermutlich mit deutlich mehr Widerständen, Blockaden und letztlich halbherzigen Arbeitsergebnissen beschäftigen müssen.

Es profitieren also auch Sie selbst davon, Ihr Team miteinzubeziehen.

Setzen Sie sich daher mit den Menschen Ihres Teams zusammen und erfahren Sie, was diesen wichtig in der täglichen Arbeit und im Umgang miteinander sowie mit Ihnen ist.

Müssen Sie sich als Führungskraft in den ersten 100 Tagen den Wünschen Ihrer Mitarbeitenden unterordnen?

Nein, denn das heißt nicht, dass Sie sich als Professor:in alle diese Wünsche erfüllen müssen.

Sie haben schließlich Ihre eigenen Erwartungen an Ihre Mitarbeitenden.

Und auch diese kommunizieren Sie so transparent, explizit und verbindlich wie möglich.

Ihr Ziel ist es, beide Perspektiven miteinander zu vereinen.

Und einen Rahmen zu schaffen, in dem Sie und Ihr Team produktiv und zufrieden arbeiten können.

Wie gehen Sie methodisch dabei vor, eine gute Teamkultur zu etablieren?

Sie brauchen dafür nicht unbedingt aufwändige Workshop-Formate. Setzen Sie sich mit dem Team zusammen und sprechen Sie gemeinsam über Wünsche, Bedürfnisse, gute und schlechte vergangene Erfahrungen.
Beschlüsse, die Sie daraus ableiten, treffen Sie dann bestenfalls gemeinsam und dokumentieren diese transparent für alle.

Wichtig: Schaffen Sie sich selbst im Vorfeld Klarheit darüber, was Sie von Ihren Mitarbeitenden erwarten und was Ihnen bezüglich der Teamkultur wichtig ist.

Doch wie erhalten Sie schon vor den ersten 100 Tagen als Führungskraft Klarheit über diese Themen?

Was Ihr Team von Tag 1 an erkennen sollte: Wofür Sie stehen.

Ihr Ziel sollte sein, dass Ihr Team genau weiß, nach welchen Prinzipien Sie Mitarbeitenden führen wollen.

So seltsam es klingen mag: Sie sollten berechenbar für Ihr Team sein.

Stellen Sie sich vor Ihrem ersten Tag folgende Fragen:

  • Wie möchten Sie als Führungspersönlichkeit gesehen werden?
  • Was bedeutet Mitarbeiter „führen“ für Sie? Wo sortieren Sie sich selbst auf einer Skala von ‚detailgetreue Vorgaben’ bis ‚vollständige Freiheit’ ein?
  • Zu welchen Führungspersönlichkeiten schauen Sie selbst auf? Wer hat Sie geprägt? Vielleicht gibt es sogar Negativbeispiele, bei denen Sie wissen: „So auf keinen Fall!”

Gedankenexperiment

Stellen Sie sich vor, eine Ihrer Mitarbeiterinnen kommt nach Ihrem ersten Tag als Teamleiterin nach Hause und wird gefragt: „Und, wie ist die neue Professorin?”

Welche Antwort würden Sie gerne hören?

Gerade in aufregenden Situationen kann es schnell passieren, dass wir den Blick stark auf uns selbst richten.

Doch für einen guten Beziehungsaufbau ist es elementar wichtig, sich auch in unser Gegenüber hineinzuversetzen.

Gedankenexperimente wie das hier vorgestellte können Ihnen dabei helfen, neue Perspektiven einzunehmen.

In einem Coaching nutze ich solche und weitere Techniken, um mit Ihnen gemeinsam aus einem neuen Blickwinkel auf herausfordernde Situationen zu blicken.

Doch was haben Sie eigentlich davon, im Vorfeld oder mitten in Ihren ersten 100 Tagen als neuberufene:r Professor:in ein Coaching bei mir in Anspruch zu nehmen?

Gelungener Start mit Ihrem Team dank Coaching

Profitieren Sie vom Austausch mit einem Coach, der weiß, wann wissenschaftliche Teams erfolgreich sind und wann sie scheitern.

Freuen Sie sich auf die Verantwortung, die Sie für Mitarbeitende übernehmen werden?

Oder machen Sie sich noch gar keine Gedanken darüber, wie Sie mit Ihrer Führungsposition umgehen wollen?

Malen Sie sich vielleicht sogar Schreckensszenarien aus?

Mitarbeitende, die Ihre Arbeitsanweisungen missachten, oder Konflikte, die Sie nicht auflösen können?

Unterschätzen sollten Sie die Herausforderungen einer Teamleitung in keinem Fall.

Denn nicht auszudenken, wenn nach Ihren ersten 100 Tagen als Professor:in:

  • die Arbeitsatmosphäre unterkühlt ist und kein wohlwollendes Miteinander spürbar ist
  • Ihr Team aus lauter Einzelakteuren besteht, statt einander zu unterstützen
  • innerhalb des Teams jedes Wort auf die Goldwaage gelegt wird, weil gegenseitiges Misstrauen herrscht

Weder als Teammitglied noch Sie als Führungskraft wünschen sich vermutlich ein solches Szenario.

Was können Sie tun?

Vielleicht haben Sie sich daher bereits mit Büchern oder anderen Fortbildungsmaßnahmen zur Führung von Mitarbeitenden auseinandergesetzt.

Schließlich gibt es unzählige Ratgeber, Vorträge und Leitfäden.

Doch obwohl Sie vielleicht schon viele Tipps und Ratschläge kennen, bleibt Ihnen womöglich unklar, wie Sie die alle berücksichtigen sollen.

Das müssen Sie nicht.

Was Teams erfolgreich macht

Wenn ich Führungskräfte und Teams begleite, stelle ich immer wieder fest: Es kommt nicht darauf an, alles richtig zu machen.

Denn Teams sind dann erfolgreich, wenn es gelingt, wenige fundamentale Prinzipien zu berücksichtigen.

Und der vielleicht wichtigste Faktor dabei: Wie viel Klarheit hat die Führungskraft über ihre eigenen „wunden Punkte“ und „blinden Flecken”?

Führungskräfte, die diese kennen und in ihrem täglichen Handeln berücksichtigen, haben oft eine sehr gute Grundlage dafür geschaffen, dass …

  • Mitarbeitende sie respektieren und ihnen vertrauen und das, obwohl sie ganz sie selbst bleiben
  • Ihr Team den Vorschlägen und Anweisungen folgt, ohne dass sie „mit der Faust auf den Tisch hauen müssen”
  • ein Teamspirit spürbar ist und alle Teammitglieder tatkräftig an der gemeinsamen Vision arbeiten

Sich selber besser als Führungskraft mit den persönlichen Themen zu verstehen, ist dabei oft schon innerhalb weniger Coaching-Gespräche möglich.

Ein Erfahrungs-Vorsprung für Ihre ersten 100 Tage als Führungskraft

Viele wissenschaftliche Führungskräfte berichten mir, dass sie schon nach der ersten Coaching-Session einen wesentlichen Unterschied in ihrer Haltung und ihrem Handeln spüren können.

Stellen Sie sich vor, diesen Zugewinn an Klarheit in Ihren ersten 100 Tagen als Führungskraft zu nutzen.

Mitarbeitende spüren, wie stark die innere Klarheit einer Führungskraft ausgeprägt ist.

Gehen Sie daher mit größtmöglicher Klarheit in Tag 1 Ihrer neuen Stelle als Professor:in (und auch in alle folgenden Tage).

So überlassen Sie es nicht dem Zufall, ob ein guter Beziehungsaufbau mit Ihren neuen Mitarbeitenden gelingt.

Lernen Sie mich als Coach kennen

Ich lade Sie daher ganz herzlich ein, mich in einem kostenlosen Erstgespräch kennenzulernen.

In diesem Gespräch finden wir gemeinsam heraus, mit welchen fundamentalen Themen Sie sich im Coaching bei mir weiterentwickeln können.

So starten Sie von Anfang an mit größtmöglicher Klarheit den Aufbau Ihres neuen Teams.

Übrigens helfen Ihnen die im Coaching erworbenen Erfahrungen auch, wenn es um Kolleg:innen außerhalb Ihres Teams geht.

Denn eine weitere Aufgabe vom ersten Tag an als neue Führungskraft: sich als Persönlichkeit an Ihrer Hochschule oder Ihrem Institut zu etablieren.

Dafür bekommen Sie im nächsten Artikel hilfreiche Vorschläge.