Tipp #1: Selbst organisieren und Bedürfnisse aussprechen

Die ersten 100 Tage als Professor:in

Was Sie in diesem Artikel erfahren werden

In diesem Artikel lesen Sie, wie Sie sich als angehende:r Professor:in selbst organisieren und sicherstellen, dass Sie alle notwendigen Arbeitsmittel zur Verfügung haben.

Bevor Sie sich um Ihr Forschnungs-Team oder Ihre Kolleg:innen kümmern, geht es also zunächst darum, eine gute Basis für Ihre eigene Arbeit herzustellen.

Es geht in diesem Artikel um diese Themen:

  • Warum Selbstorganisation als Führungskraft in der Wissenschaft gerade am Anfang so essentiell ist
  • Wie Sie Ihre Bedürfnisse richtig kommunizieren
  • Warum Sie im Wissenschaftsbetrieb bei schwammigen Aussagen auf der Hut sein sollten

Warum Sie sich als Professor:in selbst organisieren sollten

Sie können nicht schnell genug damit beginnen, sich mit allen organisatorischen Ressourcen zu versorgen.

Doch warum müssen Sie sich selbst darum kümmern?

❓ Sollte Ihr Institut bzw. Ihre Hochschule nicht danach fragen, ob Sie alles haben, oder Vorschläge machen, was Sie brauchen könnten?

Ja, natürlich gibt es je nach Einrichtung, an der Sie tätig sind, unterschiedlich stark strukturierte Onboarding-Prozesse.

In den meisten Fällen sind damit jedoch nicht mehr als die notwendigsten Grundlagen sichergestellt.

Betrachtet man alles, was darüber hinausgeht, so sind Sie die einzige Person, die daran ein wirkliches Interesse hat, dass es bereitgestellt wird.

Wenn man es zuspitzen möchte, könnte man sagen:

Die Verwaltung ist Ihnen meist dankbar, wenn Sie am besten gar keine Wünsche und Bedürfnisse haben.

Das hat nichts damit zu tun, dass man nicht wollen würde, dass Sie gut am Institut ankommen.

Es ist schlicht so, dass jede Person um Sie herum permanent überarbeitet ist und jedes Ihrer Anliegen nur eine weitere Aufgabe auf einer langen To-do-Liste.

Wie Sie Ihre Bedürfnisse richtig kommunizieren

Das bedeutet daher für Ihre ersten 100 Tage (und darüber hinaus), dass Sie als Führungskraft in der Wissenschaft unter anderem diese drei Dinge beachten sollten:

  • Sprechen Sie Wünsche immer aus.
    Niemand wird von sich aus auf Sie zukommen oder Ihnen einen Wunsch an der Nasenspitze ablesen. Auch wenn Sie wissen, dass Sie damit jemandem Arbeit machen: Tun Sie es trotzdem. Sie würden es später bereuen, wenn Sie nicht alle arbeitsnotwendigen Ressourcen haben.
  • Stellen Sie explizit sicher, dass Sie verstanden wurden.
    Kommunikation ist kompliziert. Missverständnisse sind an der Tagesordnung. Sprechen Sie so genau und explizit wie möglich aus, was Sie brauchen. Und fragen anschließend nach, ob Sie richtig verstanden wurden.
    Aber:
  • Seien Sie nett zu den Verwaltungskräften!
    Begegnen Sie ihnen mit Wertschätzung für die Arbeit, die sie für Sie leisten. Damit machen Sie sich und Ihrem Gegenüber das Leben leichter. Wenn Sie sich jemanden in der Verwaltung zum Feind machen, werden Sie langfristig noch ganz andere Probleme haben.

Wenn ich von organisatorischen Ressourcen spreche, dann fängt das schon bei kleinen Dingen an:

Ihnen fehlen Kugelschreiber? Diese werden nicht vom Himmel fallen.

Der Materialraum ist mit Ihrem Transponder nicht zu öffnen? Zeit, an jemandes Tür zu klopfen.

Sie kommen nicht drumherum, explizit nachzufragen.

Und dann erneut danach zu fragen.

Und wenn Sie abgewiesen werden, herauszufinden, wen Sie stattdessen danach fragen müssen.

Bei manchem Thema werden Sie sich wie auf einer Schnitzeljagd fühlen.

Aber schlimmer als das wäre es, ohne die organisatorischen Mittel nicht richtig arbeitsfähig zu sein.

In Ihren ersten 100 Tagen als wissenschaftliche Führungskraft genau hinhören und schwammige Aussagen hinterfragen

Noch einen wichtigen Hinweis möchte ich Ihnen geben, wenn es um die Verteilung von Ressourcen geht.

Nicht nur die Zeit der Verwaltungskräfte ist stets knapp, ähnlich steht es oft um die Ressourcen am Institut.

Bitte schenken Sie Gesprächsthemen, die mit der Verteilung von Ressourcen zu tun haben, daher gesonderte Aufmerksamkeit. Hinter so manchen schwammigen Aussagen verbirgt sich ein handfester Interessenkonflikt.

Beispiel

Wenn eine Person der Verwaltung lapidar vorschlägt, dass Sie einen Raum, der Ihnen zugesagt wurde, ja sicherlich auch mit einem anderen Fachbereich teilen können, dann stimmen Sie bitte nicht aus reiner Höflichkeit sofort zu.

  • stellen Sie sicher, dass Sie genau verstanden haben, worum es geht,
  • gleichen Sie den Vorschlag ab mit dem, was Ihnen ursprünglich zugesagt wurde
  • und entscheiden Sie dann ganz bewusst, zu welchen Kompromissen Sie bereit sind und zu welchen nicht

Ich gebe zu: Es macht Ihnen den Start nicht unbedingt leichter – schließlich wollen Sie sich nicht direkt von Anfang an unbeliebt machen, indem Sie auf Ihre Interessen pochen.

Doch genau das spüren Kolleg:innen zuweilen unbewusst und bitten Sie umso eher um so manches Zugeständnis.

Und es macht Ihnen das Leben langfristig leichter, wenn Sie wertvolle Ressourcen nicht wegen eines falschen Gefühls von Verpflichtung verschenken.

Doch wichtig auch hierbei: bleiben Sie bei aller Offenheit und Klarheit immer wertschätzend gegenüber Ihren Kolleg:innen.

 

Bedürfnisse klar kommunizieren dank Coaching: Ich begleite Sie in den ersten 100 Tagen als Führungskraft in der Wissenschaft

Gerade in den ersten Ihrer ersten 100 Tagen als Professor:in können die vielen Aufgaben und Eindrücke überwältigend sein.

Mit diesem Artikel haben Sie nun einige Anhaltspunkte, wie Sie vorgehen sollten, um trotzdem eine gute Ausgangslage für sich selbst zu schaffen.

Wenn Sie sich Gedanken machen, ob Ihnen das so gelingen wird:

  • zu wissen, welche Ressourcen Sie erfragen oder organisieren müssen
  • wie Sie wertschätzend und kollegial Ihre Bedürfnisse äußern, ohne einen schlechten Eindruck zu hinterlassen
  • wie Sie in Gesprächen erkennen, dass Sie in unvorteilhafte Kompromisse gedrängt werden

Dann lautet mein Angebot an Sie, in einem kostenlosen Erstgespräch gemeinsam zu schauen, ob ein Erste-100-Tage-Coaching für Sie in Frage kommt.

So könnten Sie mit größerer Wahrscheinlichkeit sicherstellen, dass Sie schon in den ersten Tagen die richtigen Weichen stellen und die essenziellen Ressourcen organisiert haben.

Ich unterstütze wissenschaftliche Führungskräfte seit über 15 Jahren und habe vielen wissenschaftlichen Führungskräften dabei geholfen, ihre individuellen Strategien zu entwickeln.

In einem Coaching können Sie unter anderem von diesen drei Bausteinen profitieren:

  • Umfassende Vorbereitung
    Noch bevor Sie Ihren ersten Tag antreten, klären wir gemeinsam Ihre innere Haltung. So finden und festigen Sie schon vorab Ihre Identität als Führungskraft.
  • Die richtigen Kommunikationstechniken
    Sie lernen, wie Sie Menschen authentisch von sich überzeugen können, ohne sich verstellen zu müssen. So fällt es Ihnen leichter, z. B. wichtige Kontakte in Ihrer neuen Position zu knüpfen.
  • Wichtige Situationen vorab üben
    Ob Antrittsvorlesung oder Konfliktgespräch – meistern Sie anstehende Herausforderungen authentisch und mit Bravour. Bereiten Sie sich in Übungen mit mir gezielt vor.

Schon ein Erstgespräch kann Ihnen mehr Sicherheit für Ihre ersten 100 Tage als Führungskraft geben

Lernen Sie mich gerne in einem kostenlosen Erstgespräch kennen.

Gemeinsam betrachten wir Ihre Ausgangssituation und identifizieren Ihre Ressourcen und mögliche Herausforderungen.

Wie auch immer Sie sich dann entscheiden, werden Sie mit mehr Klarheit darüber aus dem Gespräch gehen, womit Sie sich vor Beginn Ihrer neuen Stelle noch beschäftigen können.

Nachdem Sie sich um Ihre Arbeitsmittel gekümmert haben, steht als Nächstes der Aufbau Ihres Teams an.

Im folgenden Artikel erhalten Sie Tipps zum Übernehmen eines neuen Teams.