Im letzten Artikel dieser Reihe geht es um den Umgang mit Uneindeutigkeiten – und wie Sie trotzdem handlungsfähig bleiben.
In diesem Artikel mache ich Ihnen Vorschläge, wie Sie konstruktiv damit umgehen können, wenn Sie:
- sich noch schwer damit tun, die Mechanismen und Personen an Ihrem Forschungsinstitut richtig einzuschätzen
- sich darüber Gedanken machen, wie es um Ihre Außenwirkung auf Ihr Kollegium bestellt ist
- unsicher darüber sind, ob Sie bei einer anstehenden Entscheidung die beste Wahl treffen
Was die ersten 100 Tage als Führungskraft in der Wissenschaft so besonders macht
Zu Beginn der Artikelreihe ging es um die größte Besonderheit, die das wissenschaftliche Umfeld mit sich bringt:
Die Abwesenheit von festen Vorgaben in vielen Bereichen Ihrer Arbeit als Professor:in.
In den bisherigen Tipps dieser Artikelreihe ist Ihnen diese Besonderheit ebenfalls begegnet:
👉🏻 bei der Selbstorganisation sind Sie überwiegend auf sich allein gestellt
👉🏻 beim Aufbau Ihres Teams sollten Sie nicht zu früh verbindliche Strukturen schaffen
👉🏻 in Ihrer Außenwirkung im Kollegium sollten Sie die Gratwanderung zwischen Sichtbarkeit und Demut berücksichtigen
Alles in allem sind Sie mit sehr vielen Uneindeutigkeiten und dem Aushandeln von Balancen beschäftigt.
Das ist gar keine leichte Aufgabe, wenn Sie dabei auf sich allein gestellt bleiben.
Tatsächlich ist das wohl die größte Herausforderung, vor der Sie in Ihrer Position als Professor:in stehen:
Entscheidungen treffen, in Anbetracht lauter Unklarheiten.
Kopfkino als Grundlage Ihrer Entscheidungen?
Sehr wahrschenlich fehlen Ihnen viele Informationen über Ihr neues Umfeld und die Akteure darin.
Eine unangenehme Situation.
Auch für unser Gehirn.
Daher versucht es, diese Lücken zu füllen.
Das nennt sich dann „Kopfkino“ – und speist sich vor allem aus Ihren vergangenen Erfahrungen und Erlebnissen.
Diese überträgt es ganz automatisch auf Ihre neue Situation.
Für unser Gehirn fühlt sich das besser an, denn die Uneindeutigkeiten verwandeln sich auf diese Weise in scheinbar klare Tatsachen.
Das Problematische daran: Dieses Kopfkino entspricht fast nie der Realität.
Sie sind also verleitet, Entscheidungen auf einer scheinbar sicheren, in Wirklichkeit aber falschen Grundlage, von wenig bis gar nicht gesicherten Annahmen zu treffen.
Doch wie sollen Sie aus diesem Kopfkino aussteigen? Schließlich müssen Sie handlungsfähig bleiben.
Die Lösung, um aus dem Kopfkino auszusteigen
Es gibt eine ganz einfache Lösung dafür, wie Sie Ihre Vermutungen und Annahmen mit der Realität abgleichen können.
Der größte Gefallen, den Sie sich selber in Ihren ersten 100 Tagen als Führungskraft in der Wissenschaft tun können:
Gewinnen Sie eine(n) Mentor:in.
Suchen Sie sich eine Kollegin oder einen Kollegen, dem Sie vertrauen, für Rat und Unterstützung. Eine Person, die mit den Dynamiken an Ihrer Hochschule (oder Ihrem Institut) vertraut ist.
Eine Person, die schon länger in Ihrem Forschungsinstitut arbeitet und dessen Besonderheiten bereits durchdrungen hat.
Tauschen Sie sich regelmäßig mit dieser Mentorin oder diesem Mentor aus:
- Wichtige Tipps erhalten
Lassen Sie sich Hinweise geben, wer im Kollegium vertrauenswürdig ist und wessen Aussagen Sie lieber mit Vorsicht genießen sollten. - Wertvolles Feedback bekommen
Haken Sie nach, wenn Sie befürchten, sich in einer kürzlichen Situation unangemessen verhalten zu haben. Fragen Sie nach Ihrer Außenwirkung.
den. - Blick von außen bei Entscheidungen
Bevor Sie weitreichende Entscheidungen treffen, fragen Sie diese Person nach ihrer Einschätzung. Ein Blick von außen bewahrt Sie vor Fehlurteilen.
Klar, auch weiterhin sollten Sie auf Ihr Bauchgefühl achten und es nicht ignorieren.
Doch gleichen Sie dieses mit einer zweiten Meinung ab, bevor Sie entscheiden.
Warum ist eine Mentorin oder ein Mentor so essenziell für das Gelingen Ihrer ersten 100 Tage als Führungskraft?
Auf diese Weise können Sie Ihre eigenen Annahmen mit den Einschätzungen einer Person abgleichen, die bereits Erfahrung in diesem Umfeld hat:
- So werden Sie schneller die Dynamiken und Besonderheiten Ihres neuen Arbeitsumfeldes verstehen.
- Und Sie werden mit weniger Mühe Ihre eigene Rolle in diesen Dynamiken finden.
- Sie werden außerdem von dieser Person darauf hingewiesen, falls Sie Gefahr laufen, sich einen wichtigen Weg zu verbauen.
Ein bestimmtes Gefühl ist übrigens bei dem Start in eine neue Rolle ganz normal.
Zum Ende dieser Artikelreihe gebe ich Ihnen noch Hinweise, wie Sie mit Gefühlen der Überforderung produktiv umgehen können.
Was Sie tun können, wenn Sie befürchten, dass Ihnen die Herausforderungen über den Kopf wachsen
Gerade in Ihren ersten 100 Tagen als Professor:in können die Eindrücke überwältigend sein.
Dabei können Ihre Herausforderungen unterschiedlich gelagert sein, je nachdem, ob Sie
- bereits eine wissenschaftliche Laufbahn hinter sich haben – dann sind Sie in der Regel wenig auf Führungsaufgaben vorbereitet worden.
- oder aus einer Wirtschaftsposition in eine Professur wechseln – dann fällt es Ihnen möglicherweise schwer, die uneindeutigen Strukturen der Forschungseinrichtung schnell zu verinnerlichen
In jedem Fall ist es ganz normal, wenn der Respekt vor den Aufgaben in Ihren ersten Tagen sogar erst einmal wächst – und nicht direkt abnimmt.
Oft zeigen sich erst im konkreten Tun, welche Details alle zu bedenken sind.
Und die To-do-Liste wächst schon nach wenigen Tagen ins Unermessliche.
Doch keine Panik, wenn der Start herausfordernd ist
Es ist gar nicht so ungewöhnlich, wenn Sie sich überfordert fühlen – und Sie sich fragen, ob Sie der neuen Rolle wirklich gewachsen sind.
Auch wenn diese Gefühle nachvollziehbar sind, rate ich Ihnen, nicht auf die folgenden Arten damit umzugehen:
Sorgen nicht ungefiltert bei Kolleg:innen ansprechen
Sie müssen nicht die perfekte Fassade aufsetzen, doch überlegen Sie gut, wem Sie sich mit Sorgen anvertrauen und auf welche Weise Sie dies tun.
Ihre professionelle Reputation kann unter Umständen darunter leiden, wenn Sie bereits in der Anfangszeit Ihren Selbstzweifeln offen Ausdruck verleihen.
Mit Gefühlen der Überforderung nicht alleine bleiben
Andererseits ist es nicht ratsam, mit diesen Gedanken alleine zu bleiben.
Zwar gehören die Herausforderungen, vor denen Sie zu Beginn Ihrer Professur stehen, gewissermaßen dazu.
Wie genau sie sich auswirken, unterscheidet sich jedoch von Mensch zu Mensch.
Auch für diese Situation möchte ich Sie wieder auf die Möglichkeit eines Coachings hinweisen.
Konstruktiv mit Gefühlen der Überforderung umgehen
Mentoring durch einen erfahrenen Coach zum Beginn einer neuen Professur.
Da Sie sowohl bei Kolleg:innen als auch bei Personen in Ihrem Umfeld vielleicht nicht alle Sorgen ansprechen können, bietet ein Coaching einen großen Vorteil:
Vielen Führungskräften fällt es mit einem Coach sehr viel leichter, offen über Herausforderungen zu sprechen.
Das liegt einerseits daran, dass Sie sich bei einer externen Person keine Gedanken um Ihre Reputation machen müssen.
Zum anderen kenne ich mich als Coach mit Ihren Herausforderungen als Führungskraft in der Wissenschaft aus:
✔️ aus meiner eigenen Laufbahn als wissenschaftliche Führungskraft
✔️aus meiner Zeit als Mitglied wissenschaftlicher Gremien & Berufungskommissionen – die informellen Spielregeln und impliziten Erwartungen des akademischen Betriebs kenne ich sehr genau von innne
✔️und natürlich insbesondere auch aus den vielen Coachings, in denen ich leitende Wissenschaftler:innen bei der Verwirklichung persönlicher Entwicklungsziele und in herausfordernden Situationen begleitet habe
Mit diesem gesammelten Wissen aus 25+ Jahren Erfahrung im Wissenschaftsbetrieb stehe ich Ihnen in Ihren ersten 100 Tagen als Sparringspartner, als Führungskräfte-Coach gerne zur Seite.
Coaching-Erstgespräch
Ich lade Sie herzlich ein, mich persönlich kennenzulernen.
In einem kostenlosen Erstgespräch schauen wir gemeinsam auf Ihre aktuelle Situation – und darauf, wie ich Sie zum Start Ihrer Professur als Coach, Mentor und Sparringspartner unterstützen kann.
Unabhängig davon, wie Sie sich im Anschluss an ein erstes Kennenlernen entscheiden, werden Sie
- mehr Klarheit darüber gewonnen haben, in welchen Bereichen Sie sich weiterentwickeln können
- die Vorteile eines Coachings vor oder während Ihrer ersten 100 Tage als Professor:in kennengelernt haben
- besser wissen, welche Herausforderungen in Ihrer neuen Position möglicherweise auf Sie zukommen werden
Nutzen Sie gerne meinen Kalender und buchen Sie sich einen freien Termin für ein Erstgespräch.
Ich freue mich darauf, Sie kennenzulernen.
In jedem Fall wünsche ich Ihnen einen gelingenden Start in Ihre neue Stelle, der eine stabile und produktive Basis für die weitere Zeit als Professorin oder Professor bildet.